Physiotherapie-Praxis Susanne Kuhn  

   
  Beckenboden-Rehabilitation  
   

Was ist der Beckenboden?

Der Beckenboden ist die Muskulatur, die das Becken nach unten hin abschliesst. Die Beckenbodenmuskulatur besteht aus drei verschiedenen Schichten und hat zwei, respektive drei Durchgänge (Harnröhre, Vagina, Enddarm). Man kann sich den Beckenboden als elastische Weichteilbrücke vorstellen, die Rücken- und Bauchmuskulatur verbindet.
Ein plötzlicher Druckanstieg im Bauchraum, z.B. Husten oder Niesen, wird durch den elastischen Beckenboden abgefangen. Die Beckenbodenmuskulatur hat zudem eine Halte- und Verschlussfunktion. Beim Gebären wiederum muss sich die Beckenbodenmuskulatur maximal weiten und dehnen lassen.

Der Beckenboden macht fast jede Bewegung des Körpers mit, von der Atembewegung bis zum Joggen. Wie jede Muskulatur, kann auch der Beckenboden trainiert werden.

Mögliche Beschwerden

Wenn die Beckenbodenmuskulatur schwach oder verspannt ist, kann es zu verschiedenen Beschwerden kommen, wie z.B. Harn- oder Stuhlinkontinenz, Reizblase, Blasen- oder Gebärmuttersenkungen, Vaginismus, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Orgasmusschwierigkeiten.

Was ist eine Beckenboden-Rehabilitation?

Beckenboden-Rehabilitation ist eine Einzeltherapie. Sie benötigen dafür eine Verordnung von Ihrem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt auf mögliche Beschwerden anzusprechen. Beschwerden im Bereich Beckenboden sind sehr häufig. Eine Therapie kann Ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

Ablauf der Therapie

Nach einer ausführlichen Befragung gibt es in der Regel eine körperliche Untersuchung. Anhand dieser Untersuchung kann die Therapeutin feststellen, ob die Patientin die Beckenbodenmuskulatur selektiv anspannen kann und wie gross Kraft und Ausdauer sind. Viele Patientinnen wissen zwar einiges über den Beckenboden, sind sich aber nicht ganz sicher, ob sie tatsächlich die Beckenbodenmuskulatur anspannen und ob sie es beim Üben richtig machen. Die körperliche Untersuchung gibt Klarheit und motiviert dadurch die Patientinnen bereits zum Üben.

Anhand des Befundes stellt die Therapeutin einen Behandlungsplan auf. Je nach Patientin liegen andere Therapiemassnahmen im Vordergrund, z.B. Wahrnehmungsschulung des Beckenbodens, Kräftigung oder Entspannung des Beckenbodens, Suchen von Entlastungsstellungen des Beckenbodens, Informationen zu Verhaltensmassnahmen im Alltag, Haltungsschulung, u.a.
Bei sehr schwacher Beckenbodenmuskulatur oder bei Schwierigkeiten, den Beckenboden überhaupt wahrzunehmen, habe ich die Möglichkeit mit einem Biofeedback-Gerät und evt. mit Elektrostimulation zu arbeiten.
Ausserdem setze ich je nach Bedarf Techniken der Craniosacralen Osteopathie ein.

Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist das regelmässige Üben zu Hause. Wenn immer möglich, versuchen wir die Übungen in Ihren Alltag zu intergrieren. Die Übungen können zum Beispiel während dem Tramfahren oder beim Warten an der Kasse durchgeführt werden. Das Übungsprogramm wird mit den Patientinnen immer wieder besprochen und angepasst, damit es auch realistisch und durchführbar ist.
Zu Beginn der Therapie erfolgen die Behandlungen in kurzen Abständen, z.B. einmal pro Woche, später, wenn die Patientinnen informiert sind und ihr Übungsprogramm kennen, kann es grosse Pausen zwischen den Behandlungen geben. 

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